Nintendo schickt mit „Pokémon: Let’s Go“ die Spieler auf neue Pokémon-Abenteuer, die Altbewährtes mit Elementen der beliebten Smartphone-App „Pokémon Go“ kombinieren. Wie das funktioniert, zeigt der Test.
Zunächst einmal sei erwähnt, dass es „Pokémon: Let’s Go“ in zwei Varianten gibt: Entweder mit Pikachu oder Evoli. Der Spieler durchquert verschiedene Gebiete und wird – je nach Variante – von einem dieser beiden Pokémon begleitet. Gemeinsam suchen wir nach weiteren Pokémon-Tierchen, um diese zu fangen, zu trainieren und mit ihnen Wettkämpfe zu bestreiten. Nintendo hat Gamefamily freundlicherweise für den Test die „Evoli“-Edition für Nintendo Switch zur Verfügung gestellt. Gravierende spielerische Unterschiede gibt es zwischen beiden Versionen nicht.
In „Pokémon: Let’s Go, Pikachu!“ und „Pokémon: Let’s Go, Evoli!“ gehen die Spieler auf eine neue Reise durch einen altbekannten Schauplatz. Die Spiele sind inspiriert von früheren Pokémon-Spielen, insbesondere von „Pokémon: Gelbe Edition“ von 1998, und bieten zudem Funktionen aus dem beliebten Smartphone-Spiel „Pokémon Go“. Die Mischung macht’s: Einerseits will das Spiel alte Fans von früher ansprechen, andererseits sollen auch Neulinge an die Spielreihe herangeführt werden. Tatsächlich werden eingefleischte Pokémon-Fans zwar viel Liebgewonnenes wiederentdecken, aber nur wenig Neues vorfinden. Das Spiel richtet sich vom Schwierigkeitsgrad her außerdem eher an Einsteiger – was es aber auch zu einem idealen Titel für die ganze Familie macht.
Der Spieler startet als angehender Trainer in der Kanto-Region in einem kleinen Dörfchen. Ziel ist es, ein Pokémon-Meister zu werden. Dazu müssen wir die vier besten Pokémon-Trainer der Region besiegen. Doch bevor wir überhaupt gegen sie antreten dürfen, gilt es, in acht Arena-Kämpfen unser Können unter Beweis zu stellen. Diese Arenen sind verteilt in mehreren Städten, die wir nach und nach bereisen. Das ist die Hauptbeschäftigung des Spiels. Auf unserem Weg begegnen uns Pokémon, die wir einfangen, und Bewohner, denen wir in unterschiedlichen Aufgaben helfen oder uns mit ihren Pokémon duellieren.
Wir können auch zu zweit spielen und mit einem Freund gemeinsam losziehen. Der zweite Spieler erscheint als zusätzliche Figur, die helfend unter die Arme greifen kann. Bei Kämpfen sind wir dann zu zweit, statt alleine, was das Spiel in vielen Passagen deutlich einfacher macht. Ein idealer Modus für Einsteiger, die so mit etwas Hilfe besser in das Spiel finden.
Außerdem gibt es Mehrspieler-Wettkämpfe, die wir lokal oder online mit Freunden austragen können. Dabei lassen wir jeweils unsere trainierten Pokémon aufeinander los.
Erkunden, fangen, kämpfen
Das Spielprinzip ist wie schon erwähnt sehr simpel: Wir reisen mit unserer Figur durch die Landschaft, dabei begegnen wir immer wieder Pokémon auf dem Weg. Laufen wir direkt auf eines zu, wechselt das Spiel in den Fangmodus. Hier müssen wir das Pokémon bändigen und einen Pokéball werfen, um es mitzunehmen. Halten wir einen Joy-Con in der Hand, führen wir dafür eine Wurfbewegung aus, schon fliegt der Ball in Richtung des Tierchens. Alternativ gibt es dafür auch zusätzlich das Zubehör Pokéball Plus zu kaufen. Dabei sind Geschick und Timing entscheidend. Das klappt nach etwas Übung recht gut, die Steuerung könnte aber genauer sein. Für präzises Fangen erhalten unsere Charaktere Erfahrungspunkte, sie werden fähiger und stärker. Im Laufe des Spiels können wir Dutzende Pokémon fangen und diese sammeln. Die Tierchen schicken wir dann an Professor Eich, der uns dafür mit Bonbons belohnt, die wir wiederum an unsere Pokémon verfüttern, um sie stärker zu machen. Das brauchen wir nämlich für unsere Kämpfe gegen andere Pokémon-Trainer.
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Die Pokémon-Trainer begegnen uns in der Region während der Reise und fordern uns in kurzen Wettkämpfen heraus. In diesen Kämpfen tritt unser Pokémon gegen das andere an. Wir befehligen unseres, um bestimmte Angriffe auszuführen und so dem gegnerischen Pokémon Schaden zuzufügen – bevor es uns in die Knie zwingt. Je stärker unser Pokémon im Spielverlauf ist, desto heftiger sind die Angriffe. Im Laufe des Spiels werden die Kämpfe immer anspruchsvoller. Dann müssen wir erstmal kräftig mit unseren Pokémon trainieren, um gegen die späteren Trainer bestehen zu können. Diese setzen nämlich recht schlau sinnvolle Attacken ein, die uns Energie kosten.
Die Pokémon sorgen auch je nachdem für ein nettes Extra. So können wir unsere gesammelten Tierchen hinter uns her laufen lassen, manche Pokémon aber sind reitbar, das heißt wir sitzen dann auf ihrem Rücken und kommen so deutlich schneller in der Landschaft voran.

In den Städten können wir verschiedene Läden besuchen und nützliche Objekte kaufen. Einige Gebäude stehen leider nur zur Zierde da, wie etwa der Fahrrad-Händler. Wirklich ein Bike kaufen und damit losdüsen geht leider nicht. Wer die Region genau absucht, kann immerhin einige Geheimnisse und nicht direkt offensichtliche Routen finden. Neben den bunten und belebten Städten gibt es Passagen in Wäldern oder unter der Erde. Hier ist optisch viel Abwechslung geboten. An Herausforderungen abseits der Hauptgeschichte mangelt es leider ein wenig. Das macht aber der gelungene Mix aus den eigentlichen Aufgaben – nämlich Entdecken, Fangen, Kämpfen und ständiges Aufbessern – wieder wett. Dabei gibt es immer wieder Neues zu entdecken und nichts wiederholt sich allzu schnell.
Die Präsentation des Spiels ist ein großer Pluspunkt. Die Grafik ist zwar nicht sonderlich aufwendig, aber in sich stimmig, und unter’m Strich begeistert dieses „Pokémon“-Spiel mit einer wunderschönen Darstellung. Die Animationen der Pokémon-Tierchen sind sehr gelungen, die hübsch modellierte Landschaft macht optisch viel her. Auch die kleinen Details machen Spaß: Wir können uns um die Pokémon kümmern und sie einkleiden, streicheln oder ihnen sogar eine andere Frisur verpassen. Über ein Menü können wir die Beziehung zu unserem Partner-Pokémon stärken, indem wir es zum Beispiel füttern. Dann ist es auch in Kämpfen stärker. Pflege ist also sinnvoll und wirkt sich tatsächlich auf unser Spielerlebnis aus.
Verbindung zur Smartphone-App
Da das Spiel an die App „Pokémon Go“ für Smartphones angelehnt ist, lässt es sich auch damit verbinden. Die Kopplung zur Nintendo Switch funktioniert einfach und einwandfrei. Die Switch und das Smartphone finden sich beide über die App. Dann können wir unsere in „Pokémon Go“ gefunden Tierchen in das Konsolenspiel einfach übertragen. Leider geht das nicht von Anfang an, wir müssen zuerst die Stadt „Fuchsania City“ erreichen, um im Go-Park die Monster dann hin und her zu senden.